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DORV-Zentrum mehr als nur ein Einkaufsladen

Erster Spatenstich für das DORV-Zentrum: (non links:) Architekt Jürgen Lauten, Heinz Frey (DORV-Team Jülich), Bürgermeister Wolfgang Jokerst, OB Hubert Schnurr, Ortsvorsteher Georg Feuerer und Investor Hermann Krug. | Foto: Bernhard Magull

Bericht von : Acher- und Bühler Bote vom 30.06.2012

DORV-Zentrum mehr als nur ein Einkaufsladen

Beim ersten Spatenstich am Donnerstagabend herrschte in Eisental eine echte Volksfeststimmung


Von Ulrich Coenen
Bühl-Eisental.
Es war ein echtes Dorffest. Fast 300 Eisentäler waren am Donnerstagabend zum ersten Spatenstich des neuen  DORV-Zentrums auf das Gelände des früheren Winzerkellers gekommen und hatten Tische und Bänke aufgestellt. Getränke und Essen wurden serviert, die Affentaler Musikanten spielten. Selbstverständlich gab es auch eine Großleinwand, damit alle gemeinsam das enttäuschende EM-Halbfinale Deutschland - Italien sehen konnten. „Wer hätte das gedacht?", fragte Jürgen Lauten, Sprecher des  DORV-Teams in Eisental und Architekt des neuen  DORV-Zentrums. „Als 1999 der letzte Lebensmittelladen am Dreiländereck schloss, hatten nur noch wenige Hoffnung, dass wir jemals wieder in Eisental einkaufen  können."  Das neue DORV-Zentrum sei weit mehr als nur ein Dorfladen. Lauten verwies auf die drei Bausteine des Konzepts. Neben Lebensmitteln sind das Dienstleistungen wie Post, Reinigungsannahme und Rentenberatung sowie eine sozial-medizinische Versorgung. „Nach unseren neusten Gesprächen könnte es durchaus möglich sein, dass ein Allgemeinmediziner ein bis zweimal die Woche Sprechstunden anbietet", berichtete  Lauten. Auch der Bühler Oberbürgermeister Hubert Schnurr freute sich. „Früher war es üblich, im Dorfladen um die Ecke das Nötigste für den eigenen Lebensunterhalt zu besorgen", konstatierte er. „Heute findet man in den Stadtteilen kaum noch einen einheimischen Bäcker oder Metzger." Schnurr sprach von einer Verödung der Dorfzentren. Die Ortschaften würden zunehmend Lebens- und Aufenthaltsqualität verlieren. „Auf ehrenamtlicher Basis hat das  DORV-Team ein Konzept entwickelt, das zukunftsorientiert die tägliche Grundversorgung im Ort sicherstellen will", freute sich der OB und sprach von einem Vorbildcharakter für andere Stadtteile. Ortsvorsteher Georg Feurer nannte den symbolischen Baubeginn ein wichtiges Etappenziel in den dreijährigen Bemühungen um die Nahversorgung. Der Abbruch des alten Winzerkellers war für Feuerer eine innerörtliche Konversion, die für Eisental „höchst notwendig" war. Das dabei frei gewordene Baugelände bezeichnete er als „Ground Zero von Eisental". Die Suche nach einem geeigneten Standort, Partnern und Konzepten sei nicht immer einfach gewesen, meinte der Ortsvorsteher. Trotz Schwierigkeiten sei das ehrenamtliche Engagement groß gewesen. Heinz Frey vom DORV-Zentrum im Jülicher Stadtteil Barmen ist der eigentliche Erfinder des Konzepts, das bundesweit immer mehr Nachahmer findet. Er war am Donnerstagabend rund 400 Kilometer weit gefahren, um beim ersten Spatenstich dabei zu sein. „Sie stimmen mit den Füßen ab, ob der  DORV-Laden läuft oder nicht", mahnte er die Eisentäler. Mit dem ersten Spatenstich sei es nicht getan, in Eisental müsse nun eine nachhaltige Entwicklung eingeleitet werden. Mit Blick auf den Bühler Stadtteil zeigte er sich aber optimistisch. Bisher sei dort mustergültig gearbeitet worden. Das Jülicher  DORV-Team freue sich jedes Mal aufs Neue, wenn es seine Idee weitergeben könne. „Sie müssen aber hier in Eisental ihren eigenen Weg finden", sagte er.