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Zeitbankvorstellung in Epfendorf

Ein Bericht der "Schwarzwälder Bote / Oberndorf " vom 11.10.2012 / von Bern Lamberth

Projekt Zeitbank 55 Plus bietet generationenübergreifende Hilfe / Informationen aus erster Hand


Epfendorf. Im Remi sprach der Geschäftsführer des Verbands Katholisches Landvolk, Wolfgang Schleicher, über das Projekt »Zeitbank 55+«.

Dieses soll nicht nur, aber vor allem ältere Mitbürger ab 55 Jahren ansprechen, die bereit sind, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen, um die eigene Lebensqualität zu verbessern.

Jüngere Mitbürger seien auch eingeladen, das Projekt sei auch generationenübergreifend zu sehen.

Ein wesentlicher Beweggrund für diese neuartige Unterstützung bildet der demografische Wandel. Dies bedeutet einerseits, dass es immer mehr fitte Bürger gibt, die in der Lage und bereit sind, sich aktiv in das gesellschaftliche Leben einzubringen. Andererseits, so Schleicher, wachse mit der steigenden Lebenserwartung der Druck auf die Finanzierbarkeit des Sozialsystems. So gewännen Eigenverantwortung und Eigenvorsorge an Bedeutung, da die Menschen auch im Alter noch »gebraucht« werden wollen. Hier setze das Projekt »Zeitbank 55+« an, das im wesentlichen auf fünf Pfeilern beruht:

►  Es handelt sich um einen gemeinnützigen, örtlichen Verein, oder um eine selbstständige Abteilung innerhalb eines bestehenden Vereins, etwa eines Krankenvereins.

►  Es gelten die Prinzipien der Nachbarschaftshilfe und der gelebten Nächstenliebe.

►  Die Menschen helfen sich gegenseitig.

►  Die aufgewendeten Stunden werden auf einem Konto gutgeschrieben.

►  Das Ziel sei, dass die Mitglieder so lange wie möglich selbstständig bleiben und in der gewohnten Umgebung leben können.

Das Projekt, so Schleicher, existiere seit nunmehr fünf Jahren. Man könne es als lebendige, nachbarschaftliche Hilfestellung im Alltag ansehen, die viel dazu beitragen könne, die Lebensqualität im Alter in der eigenen Wohnung lange zu genießen, ohne auf kostenintensive, professionelle Hilfe angewiesen zu sein. Mit dem Alter würden manche Dinge ein bisschen mühsamer, dann ist man froh, wenn man Menschen hat, die einem hilfreich zur Seite stehen, etwa beim Einkaufen, wenn einem das Tragen schon mühsam ist oder beim Schneeschippen im Winter.

Wenn man selber für jemanden einen Hilfsdienst leiste, bekommt man dafür Stunden auf sein Konto. So könne man ein »Stunden-Guthaben« ansparen. Diese Guthaben-Stunden könne man wiederum für Hilfe, die man selber in .Anspruch nehme, verwenden.

Bei den »Zeitbank 55 +«-Stammtischen träfen sich die Zeitbankmitglieder und informierten sich gegenseitig über benötigte oder angebotene Hilfsdienste. Für Menschen, die kein Guthaben (mehr) ansparen könnten, gebe es den Stundenblock zu kaufen. So könne man seine »gekauften« Stunden ausgeben, der Helfer bekomme.die Stunden auf sein Konto. Bis 50 Stunden könne man kaufen, bei einem Stundensatz von 3,60 Euro.