Eisentaler feierten Richtfest des Dorv-Zentrums

Ein Bericht vom 'Acher- und Bühler Bote' vom 06.05.2013 von Ulrich Coenen

OB Schnurr zeichnet seinen ersten Anteil


Bühl-Eisental. Die Vorzeichen stehen günstig. Beim Richtfest des DORV-Zentrums in Eisental herrschte gestern Kaiserwetter. Wie bereits beim offiziellen ersten Spatenstich im Sommer des vergangenen Jahres gab es außerdem echte Volksfeststimmung. Rund 300 Eisentaler waren auf den Platz vor dem ehemaligen Winzerkeller gekommen. Die Organisatoren hatten Tische und Bänke aufgestellt. Getränke und Essen wurden serviert, die Affentaler Musikanten spielten.

„Noch vor einem halben Jahr war hier nur ein großes Loch zu sehen", erklärte Jürgen Lauten, Sprecher des DORV-Teams in Eisental und Architekt des neuen DORV-Zentrums. Nach dem Abriss des Winzerkellers vor rund zehn Jahren solle das DORV-Zentrum noch in diesem Jahr auf dem "Ground Zero" von Eisental eröffnet werden. "Wir haben das erste DORV-Zentrum in Baden-Württemberg", freute sich Lauten.

Bereits gestern konnten die Eisentaler erstmals seit der Schließung des letzten TanteEmma-Ladens am „Dreiländereck" 1999 wieder in ihrem Heimatdorf einkaufen. Die Erzeuger, vom Bäcker, über den Landwirt bis zum Metzger, die das DORV-Zentrum demnächst mit frischen Produkten beliefern werden. hatten im Erdgeschoss des Rohbaus einen Markt eingerichtet.

Lauten hob die Aufgaben des neuen Zentrums hervor Neben der Grundversorgung mit Lebensmitteln seien dies vor allem auch Dienst- und Sozialleistungen. So wird beispielsweise zukünftig ein Ärzteteam zweimal in der Woche im Neubau Sprechstunden abhalten. „Aktuell führen wir auch Gespräche mit einem Zahnarzt", berichtete Lauten.

Noch nicht ganz zufriedenstellend läuft der Verkauf der Anteilsscheine Die Eisentäler haben bereits Anteile in Höhe von rund 60.000,-- Euro gezeichnet. Benötigt werden allerdings 80.000,-- Euro. Allerdings ist die Finanzierung des Projekts gesichert. Gestern zeichnete Bürgermeister Hubert Schnurr seinen ersten Anteilsschein, einen zweiten Anteilsschein will er nach der Fertigstellung zeichnen.

"Die Konkurrenz der Supermärkte führte zu einem Aussterben der Lebensmittelläden und Metzger auf dem Dorf" stellte Schnurr fest. "Damit verlieren die Orte an Aufenthaltsqualität. Im Rahmen des demografischen Wandels haben Senioren auf dem Dorf Probleme, sich selbst zu versorgen." Vor diesem Hintergrund hält der OB das DORV-Konzept in Eisental für zukunftsorientiert. "Diese Stätte der Begegnung hat Vorbildcharakter für weitere Dörfer in ganz Baden-Württemberg " argumentierte er.
Ortsvorsteher Georg Feurer sprach von einem besonderen Tag. Ganz bewusst habe man sich für ein öffentliches Richtfest entschieden. "In Eisental entsteht kein verklärter Tante Emma Laden, sondern ein modernes Unternehmen", sagte er. "Der Wunsch für dieses Projekt kam aus der Mitte der Bürger. Jetzt kann man gut erkennen, was hier entstehen wird."