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DORFLADEN IN EISENTAL ERÖFFNET

Baden-Württembergs erstes DORV-Zentrum wurde in Eisental eröffnet ...

Ein Bericht des Acher und Bühler Boten vom 18.11.2013 / von Judith Feuerer


Baden-Württembergs erstes  DORV-Zentrum hat am Samstag in Eisental eröffnet. Die riesige Resonanz beim feierlichen Festakt, beim anschließenden Mittagessen und vor allem der nicht abreißende Kundenstrom an diesem Tag waren der beste Beweis dafür, wie sehr sich der Ort mit dem  DORV-Zentrum identifiziert. Größtes Lob gab es für  DORV-Team und die Bevölkerung von zwei Personen, die es genau wissen müssen: Heinz Frey, der im Jülicher Stadtteil Barmen das erste DRV-Modell entwickelte, stellte glücklich fest: „So was wie hier habe ich noch nie gesehen". Eisental habe begriffen, um was es bei der Idee gehe und das Konzept von innen heraus entwickelt. Auch Ingrid Engelhart von SPES Freiburg, die Zukunftsmodelle für den ländlichen Raum entwickeln, war beeindruckt. „Das ist der tollste, beste und umfassendste Dorfladen, den ich je gesehen habe". So geht sie auch davon aus, dass Eisental im Ländle Schule machen wird: "Viele Gemeinden warten auf umsetzbare Konzepte. Ihr seid Hoffnung für andere Gemeinden".

Wie weit und auch zeitintensiv der Weg von der Vision zur Realisierung war, zeigte Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Lauten auf. "Ein einfacher Dorfladen funktioniert heute nicht mehr - da geben wir allen Kritikern recht", machte Lauten deutlich, dass das  DORV-Zentrum mit seinem umfassenden Angebot eben mehr als nur ein Laden sei. Unter einem Dach werden stressfreies Einkaufen und eine Vielzahl an Dienstleistungen sowie sozialen und medizinischen Leistungen geboten. Kurze Wege und eine Unterstützung von Familienbetrieben in der Region, nannte er als weitere Bonuspunkte. „Wir haben etwas erreicht, wovon wir selbst im Team nicht geträumt haben", sprach Lauten von einem historischen Moment für Eisental. Man habe die Zukunft  des Ortes selbst in die Hand genommen, statt abzuwarten, bis der  Ort ausblutet, stellte   Ortsvorsteher Georg  Feuerer   fest.  „Mit dem DORV-Zentrum haben wir unserem Ort ein neues Herz eingepflanzt, das hoffentlich stark genug ist, neue Impulse zu setzen, unsere    Lebensadern hier im Ort zu  füllen, und unserer örtlichen   Gemeinschaft   neue Vitalität zu verschaffen".  Stolz auf das Engagement der Bürger, die sich mit dem  Aussterben der örtlichen Infrastruktur nicht einfach abfinden wollten, sprach aus seinen Worten. Dadurch habe Eisental wieder ein Lebensmittelgeschäft, einen vielversprechenden Lebensmittel-Punkt, wo man sich beim Einkaufen treffen und begegnen könne. Mit dem Laden wolle man alle Menschen im Ort erreichen, diejenigen, die nicht mehr so mobil sind ebenso wie Familien,  die  ihre       Grundversorgung decken können wie auch Kinder die in einem kleinen Laden wieder selbst die Erfahrung des Einkaufes machen können.

Seinen Dankesworten an alle Beteiligte schloss Feuerer den Wunsch an, für viele Umsätze im Laden zu sorgen: "Denn das Herz braucht den Köper zum Überleben, auch wenn es dessen Motor ist. Der  Dorfladen braucht viele Kunden zum Existieren".

Den größten Dank erhielt Projektleiter Jürgen Lauten, der sich schon mit seiner Projektarbeit im Rahmen des Architekturstudiums mit der Idee beschäftigte, die nun Wirklichkeit wurde. Oberbürgermeister Hubert Schnurr sprach von einem beispielhaften Engagement der Eisentaler, das die Stadt gern unterstützt habe. Eisental sei damit für die Zukunft gerüstet. Anerkennende Worte zollten auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU, FWG. FDP und den Grünen. Ab heute hat der Laden täglich geöffnet. Wer nicht mobil ist, kann freitags den Fuhrdienstservice nutzen, an einer der elf Haltestellen einsteigen, einkaufen und sich bis vor die Haustüre fahren lassen. Dienstags und freitags sind ärztliche Sprechstunden. Einmal monatlich kommt auch ein Zahnarzt.

Eigene Website für den DORV-Laden Eisental:

zur Website: www.dorv-eisental.de

Weitere Informationen:

DORV-Eisental 2
DORV-Eisental 3
DORV-Eisental 4

Pilotprojekt findet viel Beifall

DORV-Zentrum Eisental legt guten Start hin / Stützpunkt für Soziales

Ein Bericht des Badischen Tagblatt vom 23.11.2013 /Fischer

Bühl (cfi) - Jürgen Lauten ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Nur wenige Tage nach der Eröffnung des DORV-Zentrums stellte der Projektleiter und Aufsichtsratsvorsitzende bei den hessischen Gründertagen in Fulda gemeinsam mit den „Urvater" aller DORV-Modelle, Heinz Frey aus Barmen, das Eisentäler Vorzeigeprojekt vor. Nächste Woche wird er das Konzept auf einer Fachtagung in Neubulach vortragen. Auch bei Ortsvorsteher Georg Feuerer gehen Anfragen ein, etwa aus Schramberg, dem Kinziglal und der Ortenau. Kontakte bestehen bereits zu Staufenberg. Jeder Ort besitze zwar andere Voraussetzungen, trotzdem freut sich das Team über das große Interesse an ihrem „DORV im Dorf.

"Der Start hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", ziehen Jürgen Lauten und Marktleiter Martin Müller eine erste Bilanz. Über 330 Besucher strömten am Samstag in den neuen Dorfladen, am Sonntag waren die Brötchen so schnell vergriffen, dass gleich zweimal nachgeordert werden musste. Das habe auch die Lieferanten überrascht - allesamt kleine Betriebe aus der Region, das gehört zum Konzept. Am  Montag und  Mittwoch fanden sich jeweils rund 300 Kunden - mehrheitlich aus dem Ort - ein. am Dienstag frequentierten zwischen 6.30 und 13 Uhr 215 Menschen das Ladengeschäft

Stark nachgefragt wird das Frische-Sortiment, das von Partnern aus der Umgebung stammt, die das DORV-Zentrum mit Wurst, Fleisch. Räueherfisch, Eiern, Milch, Käse. Obst. Gemüse, Kartoffeln und Backwaren versorgen. Das Grundsortiment stammt von einem Unternehmen, das sich auf Kleinstläden spezialisiert hat. ..Wir schaffen keine Konkurrenz, sondern stärken die Region. Und wir können sehr flexibel regagieren", nennt Lauten die Vorteile dieser Zusammenarbeit. Dass Fisch zum vorweihnachtlichen Angebot gehören könnte, sei deshalb durchaus denkbar, kündigt der Aufsichtsratsvorsitzende an.
.Die Verbraucher kaufen sehr bewusst ein und fragen auch nach der Herkunft der Produkte", bestätigt Martin Müller.

Gut angenommen wird das kleine Cafe, ab Montag wird auch „Coffee to go" eine Selbstverständlichkeit sein. Rege genutzt wird bereits der Paketservice. „Endlich gibt es wieder eine Post im Ort", hört Martin Müller von vielen Eisentälern. während Lauten Gespräche auch mit anderen Dienstleistern ankündigt. „Wir starten mit einem sehr guten Angebot, das ständig weiterentwickelt wird." Alle Generationen sind vertreten, auch Schüler und jüngere Leute kommen ins DORV-Zentrum, freut sich der Projektleiter. der den ganzheitlichen Aspekt des Konzepts mit einem „Mehrwert an Lebensqualität" herausstellt. Es werden nicht nur Einkäufe gemacht, „es findet Kommunikalion statt, vor und hinter der Theke".

Der Dorfladen stellt das Herzstück des Projekts dar. das zu einer Anlaufstelle für vielerlei soziale Belange weiter ausgebaut wird. Bestandteile sind der Einkaufs-Fahrservice. der von elf Ehrenamtlichen betreut wird, ein gemeinsamer Mittagstisch (ein Angebot der Sozialstation ) oder die sozialmedizinischen Dienstleistungen. „Es gibt weitere Ideen und Visionen", sagt Lauten.

Damit bereits realisierte DORV-Projekte Schule machen können, befindet sich derzeit ein Regionalbüro im Aufbau. Die SPES in Freiburg, die 'Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen', mit der das Eisentäler Team zusammenarbeitet, wird die Anfragen interessierter Kommunen bearbeiten, das Team um Jürgen Lauten wird beratend tätig sein. Ziel ist eine deutschland- und europaweite Vernetzung, erklärt er.

Im Frühjahr folgt eine erste Bestandsaufnahme, das DORV-Team ist offen für Veränderungen und Anpassungen. "Die Zeil der Bewährung steht noch bevor, aber wir sind zuversichtlich gestimmt", gibt Ortsvorsteher Georg Feuerer die Marschroute vor. Damit der DORV-Laden auf eigenen Füßen stehen kann, können weiterhin Anteile gezeichnet werden.