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Minister Bonde besucht das DORV - Zentrum in Eisental

Ein Bericht des Acher- und Bühler Bote vom 24.04.2014

Minister Alexander Bonde besuchte gestern das DORV Zentrum in Eisental / Lob für Engagement.

BESUCH IM DORV-ZENTRUM (von links) Ortsvorsteher Georg Feuerer, DORV-Teamchef Jürgen Lauten, Minister Alexander Bonde, OB Hubert Schnurr und DORV-Geschäftsführer Martin Müller. (Foto:Coenen)

(Von Redaktionsmitglied Ulrich Coenen)
Der Minister zeigte sich beeindruckt. Alexander Bonde lobte bei seinem Besuch im DORV-Zentrum in Eisental gestern Morgen die „breite Rundumversorgung" und das „enorme Engagement" der rund drei Dutzend ehrenamtlichen Helfer. „Es ist hochspannend, wie verschiedene Bereiche abgedeckt werden", urteilte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Wir brauchen in der Fläche innovative Konzepte, um die Versorgung der Menschen zu ermöglichen."

Um eines dieser neuen Konzepte zu sehen, war Bonde gestern nach Eisental gekommen. Jürgen Lauten, Leiter des DORV-Teams, und Ortsvorsteher Georg Feuerer führten ihn durch den DORV-Laden, der weit mehr ist als ein kleiner Verbrauchermarkt. Lauten bezeichnete ihn als „Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts".

Es reicht eben längst nicht mehr, Konserven ins Regal zu räumen. Neben den Lebensmitteln, die bevorzugt aus der Region stammen, werden zahlreiche Dienstleistungen angeboten. Dazu gehören nicht nur Bankautomaten, Poststelle, Annahme für die Reinigung sowie ein gut besuchtes Cafe, sondern auch eine medizinische Versorgung. Einen Allgemeinmediziner gibt es in Eisental nicht. Im  DORV-Zentrum bieten nun zwei Ärzte und ein Zahnarzt regelmäßig Sprechstunden an. Außerdem kann man dort Medikamente bei einer auswärtigen Apotheke bestellen, demnächst sogar per Webcam. „Wir testen, ob das angenommen wird", sagte Lauten.

Die Dienstleistung geht dank der zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die das hauptamtliche Verkaufsteam im DORV-Laden ergänzen, über das übliche Angebot weit hinaus. Der Einkaufsservice, der die Eisentaler an elf Haltestellen im Ort zum Einkauf abholt und dann wieder nach Hause bringt, ist nur eine dieser Initiativen. Die Idee für die „ Zeitbank plus" stammt aus Österreich. Eisental ist erst die neunte Gemeinde in Deutschland, die dieses Konzept aufgreift. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe können Bürger Dienstleistungen bei ihren Mitbürgern erwerben. Geld fließt nicht. Die Stunde, die man für das Rasenmähen in Nachbars Garten investiert, wird lediglich im Zeitkonto gutgeschrieben. Ein anderer Eisentaler hilft dann   beispielsweise   beim   Ausfüllen komplizierter amtlicher Formulare. Der Verein für die Zeitbank soll im Sommer gegründet werden.

Lauten will, dass sich die  DORV-Idee, die aus Jülich in Nordrhein-Westfalen stammt und vom dortigen Stadtrat Heinz Frey entwickelt wurde, auch in Süddeutschland stärker verbreitet. Aus diesem Grund wurde das  DORV-Regionalbüro Süd gegründet, das interessierte Gemeinden berät. „Wir geben Erfahrungen weiter", erklärte Lauten, der auch einen Wunsch an den Minister hatte: „Wenn Zuschüsse fließen, macht das manche Projekt einfacher."

Oberbürgermeister Hubert Schnurr lobte die Entwicklung in Eisental. „Dort wurde Großartiges geleistet", meinte er. „Im Stadtgebiet Bühl gibt es inzwischen Nachahmer." Schnurr verwies auf positive Entwicklungen beispielsweise in Altschweier, Vimbuch, Neusatz oder Balzhofen. „Dass sich dort einiges tut, ist ein Verdienst der Initiative in Eisental", stellte er fest. Bonde will in Sachen Eisental am Ball bleiben. „Ich werde auf Sie zukommen und ihre Erfahrungswerte abfragen", versprach er. „Das ist ein beeindruckendes Projekt."